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Apotheke an der Frauenkirche   

Apotheke an der FrauenkircheHistorie der Apotheke an der Frauenkirche
Salomonis Apotheke

Vom 1.Juli 1842 bis Ende März 1843 rührte in, der 1756 gegründeten Salomonis-Apotheke der junge Apothekergeselle Theodor Fontane bei Gustav Adolf Struve in der "Struveschen- Apotheke" gesundheitsfördernde Drogen an. Dessen Wirken in Dresden und in der Apotheke am Neumarkt hat Fontane später literarisch festgehalten. Dieser Bericht ist ein wunderbarer farbiger Kolorit für den Wiederaufbau dieses Barockhauses: "Der Eingangstür gegenüber, im Hintergrunde der Apotheke, befand sich ein sogenannter Rezeptiertisch, auf den sich - zumal in Sommerzeiten, wenn alles weit aufstand - der Blick aller Vorübergehenden ganz unwillkürlich richtete ..." Der gesamte Text siehe: Siebentes Kapitel "Wie das so geht. Rekonvaleszenz und vergnügte Tage. Dreivierteljahr in Dresden (bei Struve)." in http://gutenberg.spiegel.de/fontane (Bild rechts: der 24-jährige Fontane 1843)

Erfindung des weltweit ersten künstlich hergestellten Mineralwasser's
in der Salomonis-Apotheke am Dresdner Neumarkt
Salomonis Apotheke Frauenkirche
Doch der eigentliche Verkaufshit des Apothekenbesitzers Struve's war sein künstliches Mineralwasser als seinerzeit absoluter Gesundheitsknaller und bald Marktführer in Sachsen bzw. ganz Deutschland. Der Erfinder dieses ersten weltweit künstlich erzeugten Mineralwassers war sein Vater Friedrich Adolf Struve. Der hatte 1820 just in diesem Gebäude der Salomonis-Apotheke in zahlreichen Experimenten natürliches klares Wasser mit einer bestimmten Menge Mineralien versetzt, daß sie dem natürlichen Mineralquellwasser täuschend nahe kam und eine ebensolche bekömmliche Wirkung entfaltete. Eine sensationelle Entdeckung, die im gesundheitsbewußten Dresden jener Zeit schnell rasche Nachfrage erfuhr.

Sein Sohn - Gustav Adolf Struve - stellte das wohltuende Wasser aufgrund der starken Nachfrage auf einem freien Grundstück in der südlich gelegenen Seevorstadt her. Später 1852 - aufgrund des Riesengewinns, den die Mineralwasserproduktion abwarf, ließ er an der brandneu angelegten Prager Straße von Nicolai eine der wohlproportioniertesten Dresdner Villen bauen (1945 zerstört), nach Volker Helas "wichtigster Villenbau des 19. Jh. nach Sempers Villa Rosa". Sein weiträumiger Gesundheitsgarten erfreute noch bis zur Gründerzeit als offener Kurgarten die nachrevolutionäre biedermeierliche Dresdner Öffentlichkeit- samt Schlängelwegen und eben jenem Superverkaufshit, dem alkoholfreien und gesundheitsfördernden Erfrischungsgetränk Mineralwasser. Auch viele Europäer kamen. In einem englischsprachigen Dresden-Stadtplan wird die Kuranstalt "Water Manufactory" bezeichnet. In der Sommersaison sollen gewöhnlich zwischen 500 und 600 Kurgäste die Anlage mit "Dampfbädern und Douchen" frequentiert haben. Lageskizze - siehe auch: Planausschnitt Prager Straße mit Struve's Trinkwasseranstalt 1863 (Die Überbauung des Parks ist bereits eingezeichnet). Eigentlicher Erfinder des künstlichen Mineralwassers war:

Friedrich Adolf Struve (1781 - 1840)
Friedrich Adolf Struwe
Struve Senior kam aus Neustadt/ Sachsen. Nach dem Besuch der Fürstenschule in Meißen studierte der talentierte Sachse in Leipzig und Halle Medizin. 1803 ließ er sich als Arzt und Apotheker in Stolpen nieder. Zwei Jahre später gelangte Struve durch Einheirat in den Besitz der Dresdner Salomonis-Apotheke am Neumarkt.
Hier begann er, angeregt durch eine eigene Vergiftungserkrankung, die er sich bei Versuchen mit Blausäure zugezogen hatte, mit der Herstellung von künstlichem Mineralwasser zu beschäftigen. Die zündende Initialidee kam ihm dazu während seiner Heilkuren im böhmischen Karlsbad und Marienbad.
Das Ziel seiner neugierigen Forschung: eine wissenschaftlich exakte Nachbildung von natürlichem mineralhaltigen Wasser mit exakter Ermittlung der Quellenbestandteile (u.a. Magnesium, Natrium, Kalium, Calcium, Zink, Jodid und Fluorid). Sogar der Geruch und Geschmack des jeweiligen Wassers sollte nachgeahmt werden. Eine geniale Geschäftsidee!

Theodor Fontane schrieb später in seinem Buch „Von Zwanzig bis Dreißig“ über Friedrich Adolf Struve: „Struve gilt als die absolute Nummer eins in Deutschland, ich möchte fast sagen in der ganzen Welt.....“. Für seine unermüdliche Arbeit auf dem Gebiet der heiltätigen Trinkanstalten, wie z.B. dem Aufbau seiner "Königlich Sächsischen concessionierten Mineralwasseranstalt" 1820 erhielt Struve Senior vom sächsischen König den Verdienstorden. Sogar eine Straße wurde nach ihm benannt. Der sächsische Staat wußte beweglichen Unternehmergeist und Innovationen zu würdigen.

Seine Idee machte schon bald in ganz Europa Schule. Unter Struves Einfluss entstanden in Leipzig, Warschau, Brighton, Königsberg (heute Kaliningrad), Kiew , Moskau und vielen anderen Städten Europas Mineralwasseranstalten, die von seinen Schülern geleitet wurden. Auch Kureinrichtungen fanden "wohlgelungene Nachahmungen" mit dem Theresienbrunnen, Mühlbrunnen, Emser, Achener, Selterser oder Geilnauer Mineralwässer uvm. Eine große sächsische Erfolgsstory aus der Mitte des 19. Jahrhundert, die eben auch mit dem Wiederaufbau des Quartier IV am Neumarkt 2005 in Zusammenhang steht. Denn hier begann 1820 die erste Produktion des weltweit erstmalig gelungenen künstlichen Mineralwassers.
Literatur: Richter,Hermann Eberhard, Zur Jubelfeier der Struve'schen Mineralwasser-Anstalten. Dem Andenken von Friedrich Adolf Struve gewidmet. Dresden 1871Salomonis Apotheke Frauenkirche Dresden

Struve beschäftige sich als großer Tüftler, laut Wilhelm Kügelgen, auch "mit Versuchen einer Zuckerbereitung aus Kartoffeln, um den immer teurer werdenden Rohrzucker zu ersetzen." aus: Jugenderinnerungen eines alten Mannes. Was für ein Komet an wissenschaftlicher Kreativität und spielerischer Experimentierfreude!
Die Salomonis-Apotheke wurde nach dem Krieg nicht mehr eröffnet. Seit 2006 befindet sich auf der Töpferstrasse an der Dresdner Frauenkirche die Apotheker an der Frauenkirche und führt in einigen Eigenmarken den Namen der Salomonis-Apotheke weiter.

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Apotheke an der Frauenkirche